Die Missionare von Mariannhill

Kloster Mariannhill

Kloster Mariannhill: Missionszentrale, Wahrzeichen und Gesicht der Kongregation der Missionare von Mariannhill

Schloss Riedegg: Missionszentrale, Wahrzeichen und Gesicht der österreichischen Provinz der Missionare von Mariannhill

Der bekannte Trappist und Schriftsteller Thomas Merton bemerkt über Mariannhill: Es war ein erstaunliches Spektakel der Trappistenmission, indem die kontemplativen Mönche in ein paar kurzen Jahren einen größeren Erfolg erreichten, als viele aktive Orden sich das erträumen können.
Der Vater von diesem Erfolg war ein rotköpfiger kleiner Mönch aus Vorarlberg, Abt Franz Pfanner, der Gründer von Mariannhill.
Was die benediktinischen Mönche für die Christianisierung Europas bedeuteten, bedeutet Abt Franz Pfanner für das südliche Afrika. Auf eine moderne Weise führte er die Christianisierung Afrikas nach dem Motto des späteren Bernhard Huss „Bessere Felder, bessere Häuser, bessere Herzen“ durch.
Er fühlte sich berufen, dem schwarzen Kontinent, das Licht des Evangeliums zu bringen. Darum hat er den schweigenden Mönchen den Missionsauftrag auferlegt, mit der Begründung: Wir können nicht schweigen, wenn soviel Leute noch nichts von Christus gehört haben.
Mariannhill wurde das erste Trappistenkloster, das gegen eigene Regel das Evangelium aktiv verkündete. Das führte zur Entstehung einer neuen Kongregation, der Missionare von Mariannhill.
Seine Vision wurde im prägnanten Satz dargestellt: „Unser Missionsfeld ist das Reich Gottes und das hat keine Grenzen“. So sind die ersten Missionare von Afrika aus in alle Weltrichtungen mit der frohen Botschaft gegangen und vom Anfang an auch nach Österreich. Seit 1958 arbeiten die Mariannhiller Missionare auch in Maria Gugging. Auf diese Weise erfüllt sich der Wunsch des Erbauers der österreichischen Portiunkulakirche: Diese Kirche sollte als Missionskirche von einem Missionsorden betreut werden.

Der große Apostel Afrikas, der Gründer von Mariannhill, der Gründer von 29 Missionsstationen (damals gab es auf dem ganzen Kontinent nur 41), der Herausgeber, der ersten afrikanischen Zeitung, der Gründer von Schulen und Krankenhäusern , der Mann der beigetragen hat, dass die Zulusprache zum ersten Mal schriftlich fixiert wurde und der Gründer der schwarzen katholischen Kirche im südlichen Afrika ist am 20. September 1825 in Langen / Vorarlberg geboren.
1850 zum Priester geweiht. 1863 tritt er wegen einer schweren Lungenkrankheit in den Trappistenorden ein. Hier, von der Krankheit geheilt, gründet er 1869 ein Trappistenkloster Mariastern in der Nähe von Banja Luka in Bosnien. 1879 beim Generalkapitel der Trappisten in Frankreich trifft er auf den Missionsbischof Richards von Port Elisabeth, der die Trappisten nach Südafrika einlädt. Hier erklärt er als Einziger seine Bereitschaft diesem Ruf Gottes zu folgen, mit den Worten „Wenn keiner gehen will, dann gehe ich“.
1882 gründet er mit seinen Begleitern die größte Niederlassung des Trappistenordens weltweit im südlichen Afrika.
Das große Missionswerk begann. Der Erfolg der Trappistenmission von dem Thomas Merton spricht, hat sein Fundament in den Charismen von Abt Franz: die Überzeugung, dass er wie der heilige Paulus von Gott für die Heidenmission auserwählt war.
Abt Franz hatte die feste Überzeugung, dass alle Menschen, egal welche Rasse und Hautfarbe vor Gott gleich sind. Nur eine gute Ausbildung kann die Voraussetzung der Gleichheit aller schaffen.
Abt Franz hat eine ganz große Wertschätzung der Arbeit der Frauen, und er hat schon damals, die Notwendigkeit die Laien in die Missionsarbeit einzubinden, gesehen. Dazu gehören auch seine großen missionarischen Visionen, die vom Glauben und Mut geprägt waren. Sogar China sollte für die Arbeit seiner Missionare nicht zu weit sein.
Am 24. Mai 1909, in einer von ihm selbst erbauten Missionsstation Emmaus beendete er sein wirkungsreiches Leben auf dem afrikanischen Boden.
Das berühmte Kloster Mariannhill steht bis heute. Schon sein Name zeigt die Spiritualität des Gründers. Mary-Ann-Hill: der Maria-Anna-Hügel.
Manche Maria Gugginger haben schon das Glück gehabt, diesen Ort zu besichtigen und zu bewundern.

Text zusammengestellt von P. Ryszard CMM