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Maria Lourdes im Wienerwald

Es ist eigenartig, wie die Unbefleckte das Herz ihrer Kinder gefangen nimmt. Die kleine Bernadette war von ihr so begeistert, dass in ihren Augen kein Mensch mehr eine Chance hatte. „Da können alle nicht mit", sagte sie.

Auch das Herz des jungen Theologiestudenten Kaspar Hutter hatte die schöne Dame von Massabielle bezaubert. Er hatte offenbar Sorgen und wie es bei Studenten üblich ist kein Geld, aber die Liebe zu Unserer Lieben Frau von Lourdes ließ ihm keine Ruhe.

Nachdem die Sommerferien begonnen hatten, brach Kaspar Hutter mit seinem Freund Richard zu Fuß am 19. Juli 1907 von Freiburg in der Schweiz nach Lourdes auf. Dass so eine Unternehmung, die dreißig Tage dauerte, damals auch gefährlich sein konnte, zeigt sein Abschiedsbrief an seine Familie, den er mit den Worten abschloss:

„Und wenn ihr hört von meinem Sterben, so singt ein Auferstehungslied; besinget einen Himmelserben, der glücklich als ein Pilger schied."

Kaspar Hutter ist aber nicht bei den Winzeraufständen in Südfrankreich, die zur damaligen Zeit wüteten, umgekommen, sondern glücklich heimgekehrt. Seine Reiseerinnerungen hat er später als Büchlein herausgegeben.

Lourdes wird er auch nicht mehr vergessen, auch wenn ihm seine Aufgaben als Missionspriester keine Zeit zum Träumen lassen. Es sollte die Stunde kommen, wo er seiner Liebe zu Unserer Lieben Frau von Lourdes sichtbaren Ausdruck geben konnte.